Mobbing am Arbeitsplatz ist ein ernstes Problem, von dem eine zunehmende Zahl von Arbeitnehmern in Bosnien und Herzegowina betroffen ist. Es handelt sich um eine Form der psychischen Misshandlung, Erniedrigung oder Isolation von Beschäftigten, die oft aus Angst vor Kündigung oder mangels Kenntnis rechtlicher Schutzmöglichkeiten nicht gemeldet wird.
In diesem Text erklären wir, wie man Mobbing erkennt, welche gesetzlichen Definitionen und Rechte Arbeitnehmer in Bosnien und Herzegowina haben und was Sie tun können, wenn Sie Opfer oder Zeuge von Mobbing sind.
Mobbing ist ein kontinuierliches und systematisches Verhalten des Arbeitgebers, Vorgesetzten oder der Kollegen, durch das die Würde, Gesundheit oder berufliche Integrität des Mitarbeiters verletzt wird. Es kann unter anderem beinhalten:
- Beleidigungen, Erniedrigung und Verspottung,
- Isolation von der Gruppe oder der Kommunikation,
- unbegründete Kritik an der Arbeit oder den Fähigkeiten,
- Zuweisung unrealistischer oder degradierender Aufgaben,
- unbegründete Kündigungsdrohungen,
- Ignorieren grundlegender Arbeitsrechte.
Im Gegensatz zu einmaligen Konflikten erfolgt Mobbing fortlaufend über einen längeren Zeitraum, meist mit dem Ziel, die betroffene Person zum freiwilligen Verlassen des Arbeitsplatzes zu drängen.
Das Arbeitsgesetz der Föderation BiH sowie das Antidiskriminierungsgesetz von Bosnien und Herzegowina verbieten ausdrücklich jede Form der Belästigung und Misshandlung am Arbeitsplatz. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, den Arbeitnehmer vor jeder Form von Mobbing zu schützen und Maßnahmen zu ergreifen, wenn es dazu kommt.
Mobbing kann die Grundlage sein für:
- eine fristlose Kündigung des Arbeitsvertrags durch den Arbeitnehmer aus wichtigem Grund,
- eine Schadensersatzklage vor Gericht,
- eine Meldung bei der Arbeitsinspektion,
- eine interne Beschwerde im Unternehmen, sofern es eine entsprechende Regelung oder Ansprechperson für arbeitsrechtliche Belange gibt.
Mobbing ist oft schwer nachzuweisen, doch Sie können folgende Beweise sammeln: schriftliche E-Mails, Nachrichten, Berichte, Notizen, Zeugenaussagen (Kollegen, Dritte), medizinische Unterlagen, wenn Mobbing zu Stress, Depression oder anderen gesundheitlichen Problemen geführt hat, sowie Beweise für eine Herabstufung der Position oder Arbeitsaufgaben.
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